Fachbereich A - Deutsch

Deutsch

Die Fachgruppe und das Fach Deutsch am Gymnasium Fallersleben

Fachsprecherin Frau I. Müller

Frau Beyer
Frau Castillo Garcia
Frau Görth
Frau Heuer
Herr Hillger
Herr Hinrichs
Frau Horn
Herr Jochem-Wolzien
Frau Kaesler
Frau Köhler
Frau Kühn
Frau Ludwig
Frau Lührs
Frau Pahl
Frau Popp
Frau Priesmeyer
Frau Rauer
Frau Salecker
Frau Steinbeck
Frau Tietje
Frau Tyrodimou
Frau Warnecke
Frau Weil

Was will eigentlich der Deutschunterricht am Gymnasium Fallersleben erreichen?

Jeder erinnert sich an quälend langweilige Deutschstunden, in denen man das Adverb vom Adjektiv unterscheiden lernen sollte oder das Plusquamperfekt vom Perfekt – da war sogar die am Fenster herunterkrabbelnde Fliege interessanter. Aber auch Goethes „Werther“ oder Büchners „Woyzeck“ konnten elendig langweilen…
Doch sind derartige Inhalte deshalb gleich unsinnig oder gar überflüssig?
Nein, es kommt in erster Linie darauf an, wie sie vermittelt werden und wie es gelingt, das Interesse der Lernenden zu wecken. Und wir behaupten sogar, dass grundlegende Kenntnisse zum richtigen mündlichen und schriftlichen Gebrauch der Muttersprache in der heutigen Zeit absolut notwendig sind um in unserer Gesellschaft zu überleben. Nicht nur in Zeiten des außerordentlich rapiden Sprachwandels halten wir dies für wichtig. Vielmehr ist der souveräne Umgang mit der Muttersprache in Wort und Schrift die wichtigste Grundlage der Kommunikationsfähigkeit, die in Zeiten wirtschaftlichen und damit gesellschaftlichen Umbruchs immer wichtiger wird.
Ebenso wichtig ist natürlich die Auseinandersetzung mit literarischen Texten und Sachtexten, die im Sinne einer Werturteilsschulung zu einem erweiterten Bewusstsein persönlicher und sozialer Probleme führt, zu Selbstreflexion und möglicher Selbsterkenntnis, die erst einen selbstbewussten, eigenständigen Abiturienten ausmachen, der in Ausbildung, Studium und Beruf seinen Weg erfolgreich gehen kann.
Wie versucht der Deutschunterricht am Gymnasium Fallersleben diese Ziele zu erreichen, diese Ansprüche umzusetzen?
Wie erwähnt, es ist eine Frage der Methode. Die Kolleginnen und Kollegen der Fachgruppe Deutsch verwenden sowohl traditionelle als auch moderne Methoden der Auseinandersetzung mit Literatur und Sprache, um das Interesse der Schülerinnen und Schüler an der Auseinandersetzung mit Sprache und Literatur zu wecken.
Die traditionellen philologischen Methoden wie Textanalyse und –interpretation sowie Sprachreflexion werden durch moderne produktionsorientierte Auseinandersetzungsmöglichkeiten erweitert und ergänzt, die sowohl die individuelle Herangehensweise des Lernenden verstärkt ins Zentrum rücken und besonders seine Kreativität schulen als auch den Rahmen der Schule als traditionellen Ort des Lernens bewusst überschreiten.
Unter der produktionsorientierten Herangehensweise wird besonders der gestalterische Umgang mit literarischen Texten verstanden, auf die primär schriftlich (z.B. Texte weiter-/umschreiben, innere Monologe oder Rollenbiographien verfassen, Tagebucheintragungen erstellen, Dialoge umschreiben, Lesetagebücher zu Lektüren anfertigen u.a.m.) reagiert wird.
Aber auch andere ästhetische Auseinandersetzungsmöglichkeiten wie die Verfilmung von Romanen oder Theaterstücken, die Umsetzung von Theaterszenen mit Methoden des Darstellenden Spiels, Textcollagen, Rezensionen oder Hörspiele bieten sich in diesem Rahmen für die Behandlung im Deutschunterricht an. Wenn möglich, werden dabei auch die Neuen Technologien, vor allem die Möglichkeit des Internets, genutzt.
Auf der Basis fundierter Kenntnisse der Analyse von literarischen Texten fördern diese neueren Herangehensweisen die Kreativität und Phantasie des Einzelnen, der (z.T. spielerisch) lernt, eigene Fragestellungen an Literatur zu stellen und individuell produktive Antworten zu finden.
Indem der Rahmen des Faches durch fächerübergreifende Projekte (z.B. Verknüpfung von Deutsch und Kunst), aber auch der Rahmen der Schule selbst erweitert wird (z.B. Arbeit mit dem Kunstmuseum, den Bibliotheken, Theater- und Kinobesuche im Zusammenhang mit den in der Schule gelesenen Werken) und traditionelle Stundenrhythmen (Projekte, Leseabende) aufgegeben werden, versucht der Deutschunterricht sowohl auf aktuelle gesellschaftliche Themen einzugehen als auch die Wahrnehmungsmuster Jugendlicher aufzugreifen, kritisch zu hinterfragen und Lösungsstrategien anzuregen.
So gesehen steht der Deutschunterricht am Gymnasium vor der Aufgabe, eine gelungene und ausgewogene Balance zwischen der Vermittlung traditioneller Kenntnisse von Literatur und Sprache und einer Modernisierung seiner Methoden und Inhalte zu finden, die die Lebenswirklichkeit Jugendlicher am Beginn des Neuen Jahrtausends spiegeln und die kreative Auseinandersetzung des Einzelnen mit Literatur und Sprache betonen und fördern.

 Ilka Müller, Fachsprecherin Deutsch

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