Bilingualer Unterricht

LERNEN MIT WEITSICHT - DIE VORTEILE VOM ZWEISPRACHIGEN UNTERRICHT

Seit Beginn des Schuljahres 1998/99 bietet das Gymnasium Fallersleben bilingualen Unterricht an. Im laufenden Schuljahr haben wir also im 7. bis 10. Jahrgang jeweils eine Bilingualklasse.

 „Bilingualer Unterricht“ – was ist das?

„Bilingualer Unterricht“ bedeutet, dass bestimmte Sachfächer (am Gymnasium Fallersleben: Geschichte, Erdkunde und Sport) in einer Fremdsprache (bei uns: Englisch) unterrichtet werden. Die anderen Fächer werden in der Bilingualklasse weiterhin – natürlich mit Ausnahme der modernen Fremdsprachen – auf Deutsch unterrichtet.
Unsere Oberstufenschülerinnen und -schüler können seit dem Schuljahr 2002/03 Geschichtsunterricht in englischer Sprache wählen. Das Fach Geschichte kann dann von den an dem Kurs teilnehmenden Schülerinnen und Schülern auch als mündliches Prüfungsfach im Abitur gewählt werden. Die Teilnahme am bilingualen Unterricht in der Oberstufe wird grundsätzlich im Abiturzeugnis zertifiziert.

Warum bieten wir ihn an?

Die Anforderungen an die Englischkenntnisse junger Europäer allgemein werden immer höher in einem Europa, in dem der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Staaten in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft sich immer mehr ausweiten („Europa der offenen Grenzen“, „Europäischer Binnenmarkt“). Auch die Anforderungen an die berufliche Mobilität über Ländergrenzen hinaus werden immer höher.Das gemeinsame Verständigungsmittel ist dann in der Regel Englisch. Dies gilt natürlich auch für viele private Kontakte. Wir wollen interessierte Schülerinnen und Schüler auf diese sich immer mehr verändernde Situation durch das Angebot eines erweiterten Unterrichts in englischer Sprache vorbereiten. Hinzu kommt, dass wir die Schülerinnen und Schüler mit diesem Angebot noch besser auf ein Hochschulstudium vorbereiten (Dies ist das primäre Ziel des Gymnasiums!), denn ein großer Teil der wissenschaftlichen Fachliteratur wird auf Englisch veröffentlicht, und zwar in fast allen Studienfächern. Ziel des Unterrichts ist also zunächst eine über das bisherige Maß hinausgehende Beherrschung der englischen Sprache. Dies ist zugegebenermaßen ein Unterricht, der von den Schülerinnen und Schülern – und den beteiligten Lehrkräften – einen etwas erhöhten Einsatz fordert, der die Schülerinnen und Schüler dann aber auch auf verschiedene Weise hinsichtlich ihrer Englischkenntnisse belohnt:

• durch einen erweiterten Wortschatz,

• durch eine bessere Ausdrucksfähigkeit,

• durch den Verlust der Scheu, sich in der Fremdsprache zu äußern

(zum Beispiel bedingt durch die höhere Zahl an Sprechanlässen im Unterricht).

Der bilinguale Sachfachunterricht leistet aber nicht nur eine Erweiterung und Vertiefung der Englischkenntnisse der Schülerinnen und Schüler. Vielmehr haben Erfahrungen gezeigt, dass er – im Wesentlichen bedingt durch die Tatsache, dass der Unterricht in einer Fremdsprache erfolgt – sogar mehrere Vorteile gegenüber dem auf Deutsch erteilten Sachfachunterricht besitzt. Die Schülerinnen und Schüler in den Bilingualklassen zeigen im Durchschnitt im auf Englisch erteilten Sachfachunterricht gegenüber den Schülerinnen und Schülern in den Parallelklassen, in denen der Unterricht in den betroffenen Sachfächern auf Deutsch erfolgt, zum Beispiel

• eine höhere Leistungsbereitschaft,

• eine höhere Konzentrationsleistung,

• einen höheren Grad an sprachlichem und methodischem Bewusstsein.

Wie erfolgt die Leistungsbewertung?

Die Klassenarbeiten unterscheiden sich nach Zahl – es sind nur wenige – und Art nicht von denjenigen des deutschsprachigen Erdkunde- und Geschichtsunterrichts. Grundlage der Bewertung sowohl der Klassenarbeiten als auch der Mitarbeit ist die fachliche Substanz der erbrachten Leistungen. Dies bedeutet, dass die Sprachbeherrschung nicht in die Fachnote eingeht. Natürlich sollte man aber nicht verschweigen, dass eine angemessene Sprachbeherrschung die Darstellung sachlicher Inhalte erleichtert.

Wer kann teilnehmen?

Wegen der etwas erhöhten Anforderungen (zeitlich und inhaltlich) sollten die Schüler der Bilingualklasse

• ordentliche Englischkenntnisse,

• Interesse für die Sachfächer Geschichte und Erdkunde,

• eine positive Einstellung zur Schule und zum Lernen

• und Aufgeschlossenheit

mitbringen.

Welche Erfahrungen sind mit dem bilingualen Unterricht gemacht worden?

Sowohl unsere eigenen Erfahrungen als auch wissenschaftliche Begleituntersuchungen zum bilingualen Unterricht aus anderen Bundesländern zeigen, dass ein Geschichts- oder Erdkundeunterricht in englischer Sprache für die beteiligten Schüler keine Überforderung darstellt. Von der Möglichkeit, am Ende eines Schuljahres in eine nicht-bilinguale Parallelklasse zu wechseln, ist in neun Jahren nur achtmal Gebrauch gemacht worden. Das Tempo ist am Anfang etwas geringer, aber am Ende des jeweiligen Schuljahres sind hinsichtlich des Erreichens der fachlichen Ziele (Kenntnisse und methodische Fertigkeiten) keine Unterschiede zwischen den Schülern der Bilingualklassen und der Klassen, in denen die Sachfächer auf Deutsch unterrichtet werden, festzustellen. Die anfängliche Befürchtung einiger Skeptiker, die Sachfächer könnten leiden, hat sich also nicht bestätigt. Für die beteiligten Schüler wird der bilinguale Unterricht sehr schnell zu etwas Selbstverständlichem. Die zusätzlichen sprachlichen Lernzuwächse sind ohne Zweifel vorhanden. Die Schüler in den Bilingualklassen profitieren zudem hinsichtlich der Leistungsbereitschaft und der Konzentrationsfähigkeit von dem positiven Umfeld.

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