Geschichte von Fallersleben

ORTSBEGEHUNG FALLERSLEBEN

Die älteste Urkunde stammt von Kaiser Otto I. aus dem Jahre 942. Hier wird Valareslebo erstmals erwähnt. Das Gebiet war schon in grauer Vorzeit besiedelt (Bodenfunde weisen bis in das Jahr 200 vor Christus hin). Zum Ursprung des Namens: Valareslebo. Valares ist wohl ein Eigenname. Die Siedlungen des thüringischen Stammes der Wangen endeten meist auf livo, lebo, leba. Lebo bedeutet Erbteil.

DAS SCHLOSS
Herzog Franz (1508-1549) kam 1539 in den Besitz des ‘Blecke Vallerschleben’. Er begann, dass Schloss neu aufzubauen, das er für seine Gemahlin Clara zum Witwensitz bestimmte. Herzog Franz starb schon nach zweijähriger Ehe, so dass Clara bereits 1549 nach Fallersleben übersiedelte. Sie führte den Schlossbau weiter und beendete ihn im Jahre 1551. Clara kümmerte sich fürsorglich um ihre Untertanen. Sie kümmerte sich besonders um die Alten und Kranken. Besonderes Interesse zeigte die Herzogin für die Bierbereitung. Die Herzogin soll sieben verschiedene Rezepte gekannt haben (braunes Bier mit allerlei Zutaten gewürzt). Diese Biere wurden zum Teil auch als Krankenbiere kostenlos ausgeteilt, zumeist sonntags nach dem Gottesdienst. Clara starb am 21.März 1576.

Das Schloss wurde 1660 Sitz des „Amtes Fallersleben“. In der Zeit der französischen Fremdherrschaft, 1807 – 1813, gehörte Fallersleben zum Königreich Westfalen. Bürgermeister war Heinrich Wilhelm Hoffmann (1766-1819), der Vater des Dichters Hoffmann von Fallersleben. Ab 1855 gehörte Fallersleben zum Kreis Gifhorn. 1929 bekam Fallersleben die Stadtrechte verliehen. Am 1. Juli 1972 wurde die Stadt Fallersleben in die Stadt Wolfsburg eingemeindet.

 

DAS BRAUHAUS
Auch heute gibt es in Fallersleben das Brauhaus, in dem Bier gebraut und ausgeschenkt wird, es wurde an gleicher Stelle errichtet wie das historische. Nachdem es etwa 60 Jahre
ungenutzt dem Verfall preisgegeben war, folgte vor ca. 20 Jahren eine grundlegende Renovierung. Nach einem Brand im Sommer 2007 soll das Brauhaus wieder aufgebaut werden. Vielleicht schon 2008 soll der Wiederaufbau abgeschlossen werden.

 

DIE MICHAELISKIRCHE
Altes Bauwerk aus dem Jahre 942. Bekannt ist eine Kirche mit der Jahreszahl 1474. Sie wurde 1803 abgebrochen. 1735 war der Kirchturm eingestürzt. Die Ruine stand bis 1792. Der jetzige Turm stammt aus dem Jahre 1805. Die Michaeliskirche ist ein klassizistischer Bau (sogenannte „Querhausanlage“), wie man ihn nur noch selten findet. Der Turm ist
46 Meter hoch. Das Innere der Kirche ist aus Holz, auch der Altar. Die abgetrennten Sitznischen waren den angesehenen Familien vorbehalten. Ein Hinweis auf die Bäume um die Kirche herum: Ein Brautpaar, das in der Kirche getraut worden war, hatte das Recht, einen Baum zu pflanzen.

 

DAS HOFFMANNHAUS
Das Hoffmannhaus bildet heute einen städtebaulichen Fixpunkt innerhalb des historischen Stadtbildes von Fallersleben. Es ist mit dem Leben des universalen Gelehrten und Dichters August Heinrich Hoffmann eng verknüpft und wurde 1603 erbaut. Der Bader Wesche ließ 1666 das vermutlich im 30jährigen Krieg zerstörte Gebäude wieder errichten. 1698 wurde Johann Hoffmann, ein Vorfahre des Dichters Hoffmann von Fallersleben, als Eigentümer des Hauses ausgewiesen.
Im Jahre 1934 erwarb die Stadt Fallersleben das Haus. Schon 1936 erfolgte die Renovierung des damals „Fallersleben Hof“ genannten Hauses durch den Braunschweiger Architekten Prof. Dr. Flesche.

 

HOFFMANN VON FALLERSLEBEN
Hoffmann von Fallersleben wurde am 2. April 1798 in Fallersleben geboren. Die Familie war hier seit mehreren Generationen ansässig. Der Vater war Kaufmann und Gastwirt, im Nebenamt Bürgermeister. Der junge Hoffmann verlebte seine Jugendjahre im Vaterhause. Nach dem Besuch der Volksschule in Fallersleben ging Hoffmann nach Helmstedt auf das Pädagogium. Auf dem Katharineum in Braunschweig bestand er die Reifeprüfung und studierte in Göttingen anfangs Theologie. Später wandte er sich der Altphilologie und der Germanistik zu. In Bonn und Leyden setzte er seine Studien fort. Die Universität Leyden verlieh im die Doktorwürde. 1823 wurde er Bibliothekar der Universität Breslau, 1830 außerordentlicher
und 1835 ordentlicher Professor der deutschen Sprache daselbst.
Durch seine „Unpolitischen Lieder“ erregte Hoffmann den Unwillen des Obrigkeitsstaates und wurde abgesetzt. Jetzt folgten für ihn ruhelose, entbehrungsreiche Jahre als politischer Flüchtling, denn sowohl die preußische als auch die heimatliche hannoversche Regierung verwiesen ihn des Landes. Am 26. August 1841 dichtete er auf Helgoland das Lied der Deutschen. Schließlich wurde er durch den Herzog von Ratibor als Bibliothekar im Kloster Corvey angestellt. Hier verbrachte Hoffmann die letzten 14 Jahre seines Lebens. Hier erlebte er noch die Erfüllung der Deutschen Einheitsbestrebungen, für die er sein Leben lang gekämpft hatte. Am 19. Januar 1874 starb er.

 

DAS SCHWEFELBAD FALLERSLEBEN  
1911 wurde auf dem Gelände des heutigen Schwefelbades eine Quelle entdeckt. Nach der Fertigstellung der Badezellen, wurde das Bad im Jahr 1925 eingeweiht.

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