Aktuelles: Projekttag Demokratie am Gymnasium Fallersleben

Projekttag Demokratie am Gymnasium Fallersleben

 

 

Am Freitag, den 21. August 2026, wurde am GyFa der Projekttag Demokratie zu einem großen Erfolg.

 

 

„Es geht nicht ohne dich“

Projekttag Demokratie am Gymnasium Fallersleben

 

Was bedeutet Demokratie für uns – und wie können wir sie schützen und mitgestalten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich am Freitag, den 21. August 2026, die gesamte Schulgemeinschaft des Gymnasiums Fallersleben.

 

Der Projekttag begann mit einem besonderen Moment: Alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte versammelten sich gemeinsam auf dem Schulhof. Eine solche Vollversammlung gibt es nur selten. Umso eindrucksvoller war es zu sehen, wie viele Menschen zum GyFa gehören. Und genau darum sollte es an diesem Tag auch gehen: Demokratie betrifft uns alle und funktioniert nur, wenn wir uns einbringen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

 

In seiner Begrüßung betonte Herr Dykan Andrés die Bedeutung eines demokratischen Miteinanders und ermutigte dazu, den Tag für Gespräche und Austausch zu nutzen. Dabei verwies er auch auf die Geschichte unseres Ortes: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben schrieb das „Lied der Deutschen“, dessen dritte Strophe heute unsere Nationalhymne ist.

Auch musikalisch wurde das Thema des Tages gleich zu Beginn aufgegriffen. Im Song „Demokratie“ von der Band Die Ärzte heißt es: „Es geht nicht ohne dich.“ Eine Zeile, die gut zu diesem Projekttag passte: Demokratie ist nichts, worum sich nur „die anderen“ kümmern. Sie braucht jeden Einzelnen.

 

Demokratie aus unterschiedlichen Perspektiven

Anschließend begann die Projektarbeit. Die Jahrgänge 5 bis 10 beschäftigten sich im Klassenverband mit unterschiedlichen, altersangemessenen Schwerpunkten: Klassenrat, Vorurteile, Nationalsozialismus, Menschenwürde, Rassismus und totalitäre Systeme. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 11 bis 13 konnten nach Interesse aus zehn Workshops wählen. Das Spektrum reichte von Populismus, Misstrauensgesellschaft, Verfassungsfeindlichkeit, religiösem Fundamentalismus und der bevorstehenden Kommunalwahl bis zu historischen Themen wie dem Weg in die nationalsozialistische Diktatur, Widerstand im Nationalsozialismus oder dem Einsatz des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold für die Demokratie. So unterschiedlich die Themen waren, immer wieder ging es um ähnliche Fragen: Was gefährdet Demokratie? Was können wir dagegen tun? Und welche Verantwortung hat jeder Einzelne?

 

„Sei du die Person, die etwas sagt“

Zum Abschluss kam die Schulgemeinschaft erneut auf dem Schulhof zusammen. Unsere Schülersprecherin Ronja Ronowski griff in ihrer Rede Erfahrungen aus den Workshops auf (die Rede als pdf-Datei). Sie machte deutlich, dass Demokratien häufig nicht durch ein einzelnes Ereignis gefährdet werden, sondern durch viele kleine Schritte, durch Gewöhnung, Mitlaufen und Schweigen. Ihr Appell an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler: „Sei du, genau du, die Person, die etwas sagt.“ Gerade junge Menschen sollten sich nicht klein machen lassen, sondern sich einmischen, Haltung zeigen und ihre Möglichkeiten zur Mitwirkung nutzen.

Mit Blick auf die Kommunalwahl am 13. September, bei der viele unserer Schülerinnen und Schüler erstmals wählen dürfen, wurde die Frage nach der eigenen Beteiligung ganz konkret. Zwei Beiträge der Schulband und das gemeinsam gesungene, für den Projekttag umgedichtete „Die Gedanken sind frei“ bildeten den musikalischen Abschluss des Vormittags.

 

Geschichte direkt vor unserer Haustür

Am Nachmittag ging der Demokratietag weiter und öffnete sich auch für Eltern und weitere Interessierte. Prof. Manfred Grieger von der Universität Göttingen sprach über „Rache und indoktrinierte Komplizenschaft: Beispiele nationalsozialistischer Verfolgung in Fallersleben, 1933–1945“. Gerade der lokale Bezug machte den Vortrag besonders: Die nationalsozialistische Verfolgung, mit der sich die Schülerinnen und Schüler am Vormittag in verschiedenen Projekten beschäftigt hatten, fand auch hier in Fallersleben statt. Damit wurde Geschichte sehr konkret – an dem Ort, an dem wir heute leben und zur Schule gehen.

Ergänzt wurde die Veranstaltung durch eine Diskussion und die Wanderausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand „Für Freiheit und Republik! Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold im Kampf für die Demokratie 1924 bis 1933“.

Am Ende blieb damit vor allem eine Botschaft, die schon am Morgen über den Schulhof geklungen war: Demokratie geht uns alle an. Es geht nicht ohne dich.

Text: Victoria Kolbe

 

Kategorie(n): 2026, Veranstaltungen